Vom „institutionalisierten Dialog“ zum Expertengremium: Selbstverständnis der AG Fankulturen aus Sicht der Fanorganisationen

Die beteiligten Fanorganisationen „UK – Unsere Kurve“, „F_in – Frauen im Fußball“ und „QFF – Queer Football Fanclubs“ ordnen die AG Fankulturen nicht als Fandialog mit den Verbänden, sondern als Informations- und Austauschplattform ein, in der fanrelevante Themen aus verschiedenen Netzwerk-Perspektiven beleuchtet und diskutiert werden.

Aus unserer Sicht darf hier die originäre Fanperspektive nicht fehlen. Wir haben durch diese Plattform die Möglichkeit auf aktuelle, fanrelevante Entwicklungen aufmerksam zu machen, Faninteressen zu artikulieren und für übergreifende Themen wie z.B. Maßnahmen und notwendige Positionierungen gegen Diskriminierung oder Repression zu sensibilisieren. Wir können Prozesse wie die Freigabe der Fanutensilien kritisch begleiten, Empfehlungen aussprechen und Handlungsstrategien oder Maßnahmen vorschlagen.

So wie bei dieser Sitzung für die Evaluierung der Stadionverbotsrichtlinien bzw. ihrer Umsetzung und Vergabepraxis durch verbandsunabhängige Expert*innen, die Hauptamtlichkeit für Fanbeauftragte in der 3.Liga oder die Einberufung einer Fallkonferenz in einem Streitfall bezüglich der (nicht erfolgten) Freigabe von Fanutensilien.

Gleichwohl wollen und müssen wir darauf hinweisen, dass wir andere Erwartungen – vor allem Möglichkeiten der direkten Mitgestaltung – an das Gremium der AG Fankulturen gesetzt hatten. Nach mittlerweile 9 Sitzungen und der Teilnahme an zwei Projektgruppen wissen wir, dass die Einordnung der AG Fankulturen aus Sicht der Verbände nicht über ein „Beratungs-und Kompetenzgremium“ (Christian Seifert) hinausgehen wird. Nach wie vor sehen wir Verbände und Vereine in der Pflicht, tragfähige Strukturen für eine aktive Mitgestaltung ihrer Mitglieder aufzubauen und Faninteressen nachhaltig zu berücksichtigen. Denn aktive Fans sind und bleiben elementarer Teil des Fußballs, sie sind kein Beiwerk oder gar Sicherheitsrisiko eines TV-optimierten Sportevents.

Unabhängig davon stellen der Austausch und die Möglichkeit von direkten Gesprächen mit den Spitzen von DFL und DFB im Rahmen der AG Fankulturen für uns einen Mehrwert dar – sofern die Ergebnisse der Gespräche im Anschluss durch die beteiligten Fanorganisationen öffentlich kommuniziert werden.

Deswegen werden UK, F_in und QFF nach Sitzungen der AG Fankulturen zukünftig öffentlich kommunizieren, was Gegenstand der jeweiligen Sitzung war und wie wir die Informationen und Diskussionen einordnen bzw. bewerten.

18.09.2018
Unsere Kurve, F_in – Frauen im Fußball, Queer Football Fanclubs