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Rückblick auf die 11. Sitzung der AG Fankulturen

Am 14. März 2019 trafen wir uns gemeinsam mit den Fan-Netzwerken „F_in – Frauen im Fussball“ und „QFF – Queer Football Fanclubs“ zur 11. Sitzung der AG Fankulturen bei der DFL Deutsche Fußball Liga in Frankfurt mit Vertretern der Verbände, der Fanarbeiter und beteiligten Organisationen. In unserem Bericht blicken wir auf die Sitzung zurück und gehen dabei auf die wichtigsten Themen ein, über die wir zusammen gesprochen haben.

Stufenmodell für Fanbeauftragte der 3. Liga

Es ist geplant, zukünftig im Rahmen der Lizenzierung zur 3. Liga die Stelle des Fanbeauftragten bei den Vereinen abhängig von der Zuschauerzahl zu gestalten. Dabei ist vorgesehen, dass bei Clubs mit einem geringen Zuschaueraufkommen der Fanbeauftragte auf Basis eines Minijobs oder auf Honorarbasis angestellt wird. Vereine mit höheren Zuschauerzahlen sollen dagegen die Stelle als Teilzeit- oder Vollzeitstelle ausstatten. Zur Evaluierung der bisherigen Situation sollen die Clubs zunächst in den nächsten Wochen einen Fragebogen ausfüllen und so genauere Informationen bereitstellen.

Stategie gegen Sexismus, sexualisierte Belästigung und Gewalt im Fußballkontext

Die Mitglieder der AG Fankulturen wurden über die aktuellen Entwicklungen und das Ergebnis eines Netzwerktreffens informiert. Das Thema soll weiterhin auf allen Ebenen vorangetrieben und auf der nächsten Sitzung der AG als Schwerpunkt behandelt werden.

Pilotprojekt für gendergerechten Stadionbesuch für queere Fußballfans

Auf Anregung von und in Zusammenarbeit mit QFF wird der DFB am 20. März beim Länderspiel gegen Serbien in Wolfsburg queeren Fußballfans erstmalig einen gendergerechten Stadionbesuch ermöglichen. Das Projekt umfasst die Schulung von Ordnern für die Einlasskontrollen und die Bereitstellung von Unisex-Toiletten. Mitarbeiter des DFB und Vertreter von QFF begleiten am Spieltag die Aktion.

Sitzung einer Expertengruppe zu Stadionverboten

Am 13. März traf sich die von der AG Fankulturen unterstützte Expertengruppe zu Stadionverboten. Dieses Gremium hat sich als Ziel gesetzt, die Umsetzung der Richtlinien als Präventivmaßnahme zu verbessern. Außerdem setzen sich die Mitglieder der Gruppe dafür ein, dass Stadionverbote nicht mehr als Strafe angewandt werden. Das Gremium tagt zukünftig bei Bedarf und setzt sich aus Mitarbeitern von Fanprojekten, Fan- und Sicherheitsbeauftragten sowie aus Vertretern der Verbände, der ZIS, der Polizei und der DFB-Sportgerichte zusammen.

„Europe wants to stand“ – europäische Faninitiative für Stehplätze

Die Initiative „Europe wants to stand“ wurde den Teilnehmern der AG Fankulturen vorgestellt und besprochen. Dabei ging es unter anderem auch um verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung durch den DFB. Die Nutzung von Stehplätzen in deutschen Fußballstadien kann als Vorbild für andere Länder dienen. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass Stehplätze für alle Zuschauer sicher sind.

Pilotphase zur Freigabe der Fanutensilien

Derzeit arbeiten die Verbände an einer Pressemitteilung, die über die abgeschlossene Pilotphase zur Freigabe von Fanutensilien informieren soll. Die Richtlinie gilt mittlerweile als verbindlich.

Regionalkonferenzen

Irritiert zeigten sich die anwesenden Fanvertreter über die verpasste Chance, sie als Netzwerkpartner zu den Regionalkonferenzen des DFB und der DFL einzuladen. Die Nichtberücksichtigung von Fanvertretern sorgte für eine kontroverse Diskussion über den Sinn und den Zweck der Regionalkonferenzen. Nach Ansicht der beteiligten Fanorganisationen liefern solche Veranstaltungen sowie der Kontakt auf Arbeitsebene einen wichtigen Impuls für den konstruktiven Austausch und ein besseres Verständnis zwischen unterschiedlichen Funktionsgruppen. Die Fanvertreter baten die Veranstalter darum, ihre Sichtweise bei der Konzeption der nächsten Regionalkonferenzen zu überdenken.

Zum Abschluss der Sitzung bedankten sich alle Fanvertreter bei Ben Kandler und Ben Praße, die beide zukünftig andere Aufgaben wahrnehmen und sich aus der AG Fankulturen verabschiedet haben. Vielen Dank für eure konstruktive Mitarbeit in der Vergangenheit. Alles Gute bei euren neuen Herausforderungen.

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