Fans verfolgen im Rollstuhl ein Fußballspiel

EM 2024: Leuchtturm für Menschenrechte, Vielfalt und Transparenz

Inhalt aktualisiert am 18. Juli 2020

Am 27. September 2018 ist Deutschland durch das UEFA-Exekutivkomitee als Austragungsort für die Fußball-Europameisterschaft 2024 gewählt worden. Nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 findet damit wieder ein großes Turnier in unserem Land statt.

Zusammenarbeit mit Transparency International und anderen Institutionen

Wie wir alle wissen, ist das Verhältnis der aktiven Fußballfans zum Deutschen Fußballbund (DFB) aus vielen Gründen geprägt von Enttäuschungen. Eine konstruktive und ergebnisorientierte Zusammenarbeit befindet sich derzeit jedoch langsam im Aufbau. Durch das positive Votum der UEFA besteht jetzt ein Gebot der Aufmerksamkeit für Fußballfans, auch wenn sie zu diesem Turnier eine distanzierte Haltung einnehmen. Die fortschreitende Kommerzialisierung und sicherheitsrelevante Aspekte lassen bei allem Verständnis für notwendige Maßnahmen befürchten, dass im Zuge des Turniers wie schon vor 2006 gewisse Grenzen im Umgang mit Fans überschritten werden.

Deshalb beteiligen wir uns zusammen mit anderen Organisationen an einer Initiative von Transparency International Deutschland (TID), um dafür Sorge zu tragen, dass die EURO 2024 bestimmten Grundsätzen gerecht wird. In der folgenden gemeinsamen Erklärung sind diese Leitlinien für das Turnier in Deutschland zusammengefasst:


Erklärung zur Bewerbung von Deutschland für die EURO 2024

Die EURO 2024-Bewerbung soll Leuchtturm für Menschenrechte, Vielfalt und Transparenz werden.

  • Große Sportveranstaltungen erreichen weltweit Milliarden von Menschen und können eine Botschaft der Verständigung und internationalen Zusammenarbeit senden. Mit der Bewerbung um die EURO 2024 übernimmt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Verantwortung nicht nur für eine perfekte Organisation und deutsche Gastfreundschaft. Vielmehr muss der DFB ein Beispiel geben, wie in der globalisierten Welt ein solches Fußball-Ereignis den Menschen im Ausrichterland und auch jenseits der Grenzen dienen und Demokratie sowie internationale Solidarität voranbringen kann.
  • Die an dieser Initiative beteiligten Organisationen setzen sich dafür ein, dass die EURO 2024-Bewerbung ein Leuchtturm für Menschenrechte, Vielfalt sowie Transparenz wird. Besondere Aufmerksamkeit sollte der Sicherung der Kinderrechte gelten.
  • Voraussetzung für das Gelingen ist eine frühzeitige breite Beteiligung der lokalen Bevölkerung in den Ausrichter-Städten, insbesondere Jugendliche und Fans, Männer wie Frauen, aber auch die Einbindung der Zivilgesellschaft auf nationaler Ebene. Jede Organisation hat im Rahmen dieser Zielsetzung eigene Schwerpunkte, die wir in Partnerschaft miteinander diskutieren.

Unterzeichner

  • Bündnis Aktiver Fussballfans BAFF e. V.
  • BundesBehindertenfan-ArbeitsGemeinschaft e. V. – BBAG
  • Discover Football
  • Der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • Human Rights Watch e. V.
  • Unsere Kurve e. V.
  • terre des hommes Deutschland e. V.
  • Transparency International Deutschland e. V.

Thematisierung von fanrelevanten Themen im Dialog

Die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen erfolgt turnusmäßig. Der Erfahrungsaustausch entwickelt sich wie beabsichtigt über die Grenzen der Organisationen hinweg und führt zu gegenseitiger Unterstützung. So nehmen verschiedene Vertreter organisationsübergreifend zum Beispiel an Webinaren teil oder besuchten die Jahreskonferenz „Gesellschaftliche Verantwortung“ des DFB.

Als Unsere Kurve e. V. verstehen wir unsere Aufgabe darin, vor allem fanrelevante Themen einzubringen. Die Art und Weise einer möglichen Umsetzung in der Praxis besprechen wir intern und mit den anderen Organisationen. Als Verein Unsere Kurve sind wir nicht unmittelbar an den Gesprächen mit dem DFB beteiligt. Der Dialog wird zwischen dem Verband und Transparency International Deutschland geführt.

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