EM 2024: Leuchtturm für Menschenrechte, Vielfalt und Transparenz

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Zusammenarbeit mit Transparency International und anderen Institutionen

Der Deutsche Fußball-Bund hat am 1. März offiziell seine Bewerbung als Ausrichter der Fußball-Europameisterschaft 2024 erklärt. In sieben Jahren könnte nach der Weltmeisterschaft 2006 wieder ein großes Turnier in unserem Land stattfinden.

Wie wir alle wissen, ist das Verhältnis der aktiven Fußballfans zum DFB aus vielen Gründen eisig und geprägt von Enttäuschungen. Eine konstruktive und ergebnisorientierte Zusammenarbeit ist aufgrund der schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit in weiter Ferne. Genauso wie ein Turnier in ein paar Jahren.

Der Bewerbungsprozess ist jedoch jetzt schon angelaufen und wir befinden uns mittendrin. Im kommenden Jahr wird die Entscheidung fallen, in welchem Land die EM 2024 stattfinden wird. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der DFB den Zuschlag zur Ausrichtung erhält. Fällt das Votum positiv aus, ist trotz aller Abneigung auch Aufmerksamkeit für die Sache geboten. Die fortschreitende Kommerzialisierung und sicherheitsrelevante Aspekte lassen bei allem Verständnis für notwendige Maßnahmen befürchten, dass im Zuge des Turniers wie schon vor 2006 bestimmte Grenzen überschritten werden.

Deshalb beteiligen wir uns zusammen mit anderen Organisationen an einer Initiative von Transparency International Deutschland (TID), um dafür Sorge zu tragen, dass die Bewerbung des DFB wie auch die mögliche Ausrichtung bestimmten Grundsätzen gerecht wird. Diese sind in der folgenden gemeinsamen Erklärung zusammengefasst.

Die EURO 2024-Bewerbung soll Leuchtturm für Menschenrechte, Vielfalt und Transparenz werden

 

Große Sportveranstaltungen erreichen weltweit Milliarden von Menschen und können eine Botschaft der Verständigung und internationalen Zusammenarbeit senden. Mit der Bewerbung um die EURO 2024 übernimmt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Verantwortung nicht nur für eine perfekte Organisation und deutsche Gastfreundschaft. Vielmehr muss der DFB ein Beispiel geben, wie in der globalisierten Welt ein solches Fußball-Ereignis den Menschen im Ausrichterland und auch jenseits der Grenzen dienen und Demokratie sowie internationale Solidarität voranbringen kann.

Die an dieser Initiative beteiligten Organisationen setzen sich dafür ein, dass die EURO 2024-Bewerbung ein Leuchtturm für Menschenrechte, Vielfalt sowie Transparenz wird. Besondere Aufmerksamkeit sollte der Sicherung der Kinderrechte gelten.

Voraussetzung für das Gelingen ist eine frühzeitige breite Beteiligung der lokalen Bevölkerung in den Ausrichter-Städten, insbesondere Jugendliche und Fans, Männer wie Frauen, aber auch die Einbindung der Zivilgesellschaft auf nationaler Ebene. Jede Organisation hat im Rahmen dieser Zielsetzung eigene Schwerpunkte, die wir in Partnerschaft miteinander diskutieren.

 

Bündnis Aktiver Fussballfans BAFF e.V.
BundesBehindertenfan-ArbeitsGemeinschaft e.V. – BBAG
Discover Football
Der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland
Human Rights Watch e.V.
Interessengemeinschaft Unsere Kurve
terre des hommes Deutschland e.V.
Transparency International Deutschland e.V.

Die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen hat gerade erst begonnen und es ist momentan auch noch nicht abzusehen, in welche Richtung sich dieses Wirken entwickeln kann. Wir verstehen unsere Aufgabe darin, vor allem fanrelevante Themen einzubringen. Wie wir das praktisch in die Tat umsetzen können, wird bis Sommer intern und mit den anderen Organisationen besprochen.

Als Interessengemeinschaft Unsere Kurve sind wir nicht unmittelbar an den Gesprächen mit dem DFB beteiligt. Der Dialog wird zwischen dem Verband und Transparency International Deutschland geführt.