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Fotos oben: 3rd European Football Fans’ Congress Barcelona
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Congrès national des associations de supporters de football |
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Am 28. Januar war eine Delegation der Daniel- Nivel- Stiftung eingeladen, im Rahmen eines französischen Fankongresses die Fanarbeit in Deutschland vorzustellen. Neben Volker Goll (Koordinationsstelle der Fanprojekte) und Klaus Kappes (DFB) schilderte Ulrike Polenz für Unsere Kurve vom Arminia Supporters Club die Zusammenhänge aus Fansicht.
Für Frankreich hatte die Veranstaltung revolutionären Charakter und eröffnete erstmals die Chance, mit allen Beteiligten an Strategien zur Verbesserung der Kommunikation zu arbeiten. Unter den gut 250 Teilnehmern waren sowohl Vertreter aus 25 Fanszenen als auch die Präsidenten von Liga und Fußballverband sowie Polizeivertreter, Innenminister und Sportministerin. Lediglich die Zahl der teilnehmenden Vereine enttäuschte ein wenig.
Im Verlauf des Kongresses wurde immer deutlicher, wie groß die Unterschiede zwischen den französischen und deutschen Verhältnissen tatsächlich sind. Eine Fanbetreuung, wie sie bei uns selbstverständlich ist, gibt es in Frankreich quasi nicht. Fanbeauftragte, Fanprojekte, selbstbestimmte Fanorganisationen oder vergleichbare Ansprechpartner stehen in den meisten Vereinen nicht zur Verfügung, was eine koordinierte Kommunikation und Interessenvertretung deutlich erschwert. Sicherlich mit hieraus begründet werden Konflikte nur selten im Dialog gelöst, von Seiten der Politik, der Vereine und der Polizei werden zudem Repressionen als einzig mögliche Reaktion auf Konflikte angesehen. Dieses Bewusstsein ist so weit verwurzelt, dass selbst Vertreter der Ultras die Notwendigkeit von Repressionen in ihren Redebeiträgen anerkennen.
Die positiven Auswirkungen von gemeinsam gefundenen Kompromissen und Problemlösungen wurden durch Berichte von Fans, beispielsweise aus Le Havre, deutlich. Hier konnte mit dem Verein eine Vereinbarung getroffen werden, dass angemeldete Pyroaktionen akzeptiert werden, sofern während der übrigen Spiele auf Pyrotechnik verzichtet wird. Auch nach dem landesweiten Pyroverbot stehen die Beteiligten hier im Dialog, um eine gemeinsame Lösung zu entwickeln. Ähnliche Beispiele aus anderen Standorten verdeutlichten, dass ein Dialog und präventive Zusammenarbeit Verbesserungen für alle Seiten beinhalten und Repressionen vermeidbar machen kann. Allen gemeinsam war dabei, dass es sich jeweils um "Insellösungen" handelt, die nicht als Standard für eine gesamte Liga angesehen werden können.
Dass eine landesweite Verbesserung für alle Fans möglich ist, verdeutlichten die Redebeiträge der Delegation der Daniel- Nivel- Stiftung. Im Focus standen besonders das 1993 verabschiedete "Nationale Konzept Sport und Sicherheit" inklusive der hieraus hervorgegangenen Fanprojekte, die Abteilung "Sicherheit und Prävention" des DFB sowie die Fanbetreuung der Vereine. Aus Fansicht zeigte Ulrike die Vorteile selbstbestimmter, lokaler und nationaler Fanorganisationen sowie unabhängiger Fanprojekte auf, insbesondere im Hinblick auf die organisationsübergreifende Kommunikation, Interessenvertretung und Zusammenarbeit.
Im weiteren Verlauf des Kongresses stellte Daniela Wurbs, Koordinatorin von Football Supporters Europe, die von ihr mitgegründete europäische Fanorganisation vor. Dies war direkt verbunden mit dem Angebot zur Hilfestellung, Strukturen zur besseren Faninteressenvertretung in Frankreich zu schaffen.
Wir hoffen, mit den vorgestellten Modellen Anregungen weitergegeben zu haben, die es französischen Fans erleichtern, für sie selbst sinnvolle Konzepte zu entwickeln. Frankreich hat viele engagierte, aktive und kreative Fanszenen, für die eine positive Weiterentwicklung der Ansätze dieses Kongresses weitreichende Verbesserungen bedeuten können. Bei diesem Prozess werden die Daniel- Nivel- Stiftung und Unsere Kurve selbstverständlich weiterhin unterstützend zur Seite stehen.
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