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Anhörung im Sportausschuss soll Startschuss für dauerhaften Dialog werden

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Ben Praße (IG Unsere Kurve) vertritt die Fußballfans im Bundestag

Am Mittwoch findet im Sportausschuss des Deutschen Bundestages eine öffentliche Anhörung zum Thema "Gewalt in und um Fußballstadien". Auf Einladung werden dort Vertreter unterschiedlicher Institutionen über die negativen Randerscheinungen des Fußballs sprechen. Auch die größte Interessenvertretung von Fußballfans in Deutschland, die IG Unsere Kurve, die mehr als 300 000 Fußballfans vertritt, nimmt mit ihrem Sprecher Ben Praße an dieser Sitzung teil. "Der Kontakt kam über einen Abgeordneten des Bundestages zustande, der angefragt hat, ob wir die Sicht der Fans darstellen wollen", sagt der Fan von Mainz 05, der sich von der Anhörung vor allem eins erhofft: Die Politiker sollen zunächst darüber informiert werden, wie die Fanstruktur überhaupt aufgebaut ist und dass gewalttätige Vorfälle in Zukunft vor allem differenzierter zu bewerten sind.

"Die Diskussionen über Gewalt und problematische Anhänger wird fast ausschließlich ohne Fans und oft sehr pauschal geführt", beklagt Ben Praße und ergänzt, "dass diese Betrachtungsweise in den Medien und der breiten Öffentlichkeit dazu führt, dass Fans nur als Sicherheitsrisiko wahrgenommen werden". Das spiegelt sich schließlich auch in den Forderungen wieder, wie man diesen Auswüchsen begegnen kann. Politiker und Polizeigewerkschaften überbieten sich dabei jede Woche mit neuen Ideen, die jedoch nicht nur unrealistisch, sondern auch übertrieben sind. "Wir lehnen alle Maßnahmen ab, die den Fußballfan an sich noch mehr Repressionen aussetzt. Dazu gehören personalisierte Eintrittskarten, eingeschränkte Kontingente für Auswärtsspiele oder gar der komplette Verzicht auf Gästefans", zählt der Sprecher der IG Unsere Kurve auf.

Die Liste der Unannehmlichkeiten kann beliebig fortgeführt werden, denn mittlerweile wird auf politische Ebene darüber nachgedacht, Gesichtsscanner für Stadien einzuführen oder die in Deutschland beliebten und vor allem preiswerten Stehplätze abzuschaffen. Ben Praße weiß, welche Auswirkungen diese repressiven Forderungen auf die Fußballfans haben: "Wir sind kategorisch dagegen, weil damit keine Probleme gelöst werden, sondern eine weitere Kriminalisierung von Fußballfans stattfindet. Die Verantwortlichen dokumentieren mit solchen unüberlegten Maßnahmen ihre Hilflosigkeit." Praße sieht die Gefahr, dass beispielsweise durch den Wegfall von Stehplätzen junge und sozial benachteiligte Fans vom Stadionbesuch ferngehalten werden, weil sie sich die Karten einfach nicht mehr leisten können. "Solche Maßnahmen werden der sozialen Verantwortung, die der Fußball hat, einfach nicht gerecht."

Mit seiner Teilnahme will er die anwesenden Politiker darüber aufklären, wie die Fans ticken und welche Lösungsansätze sinnvoll erscheinen, um den großen Teil der friedlichen Anhänger nicht mit Randalierern in einen Topf zu werfen. "Dies kann nur gelingen, wenn Entscheidungsträger wissen, worüber sie entscheiden", meint Ben Praße und hofft darauf, dass die Teilnehmer der Sitzung einem dauerhaften und intensiven Dialog mit den Fans offen gegenüberstehen und bestehende Vorurteile ausgeräumt werden können. "Es wird nur gemeinsam funktionieren. Setzen sich auf beiden Seiten dagegen die Hardliner durch, werden die Probleme nicht gelöst, sondern weiter verschärft", warnt Praße. Die IG Unsere Kurve als größter Interessenvertreter steht für Gespräche zur Verfügung und hat bereits in der Zusammenarbeit mit dem DFB und der DFL bewiesen, dass man als kompetenter und sachlicher Partner agiert.

IG Unsere Kurve im Februar 2012                             

Kontakt vor Ort:

Ansprechpartner.    Ben Praße (steht im Anschluss der Sitzung für Interviews zur Verfügung)
Telefon:         0170 579 09 06
E-Mail:            pr@unsere-kurve.de

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